|
Walter Jonas in seinem Atelier um 1965
Walter Jonas begann mit 19 Jahren den Besuch der weltberühmten Reimannschule in Berlin und galt dort als neue Entdeckung der Kunstwelt.
Walter Jonas auf Malreise in Spanien 1935
Der 23jährige Walter Jonas in Paris.
Walter Jonas gehört zu den Pionieren des Fernsehens. Kurz nach Aufnahme regulärer TV-Sendungen durch das Schweizer Fernsehen Anfang der 50er Jahre begann Jonas mit stündigen Direktsendungen zum Thema Kunst. Alles wurde damals live gesendet, da Aufzeichnungen noch nicht möglich waren.
Walter Jonas war eine geistreiche Persönlichkeit. Er liebte den Kontakt und das substanzielle Gespräch. Seine Gäste kamen aus aller Welt: Max Frisch, Ferdinand Lion, Friedrich Dürrenmatt, Erwin Leiser, Alexander Gosztonyi waren häufige Besucher im Atelier von Jonas in Zürich.
|
|
Biografie Walter Jonas
Jonas, Walter Hermann.
*27.3.1910 Oberursel (D), †12.6.1979 Zürich.
Maler und Grafiker.
Schöpfer der urbanistischen Vision Intrapolis. Kunstkommentator, Kunstkritiker
und Kunsterzieher. Buchillustrationen.
Walter Jonas
ist deutscher Herkunft und übersiedelt mit seinen Eltern im Geburtsjahr
nach Baden. Der Vater ist Patentingenieur bei Brown Boveri & Co.
Nach der Maturität
in Zürich 1929-1932 Besuch der Reimannschen Kunstschule Berlin, Meisterschüler
des Brücke-Mitglieds Moritz Melzer. Studienreisen nach Südfrankreich,
Korsika und Spanien.
1932 Umzug nach Paris. Mitglied der internationalen Künstlergemeinschaft
Porza. Bekanntschaft mit Robert Delaunay, Albert Marquet, Otto Freundlich
und Antoine de Saint-Exupéry.
1935 Rückkehr
nach Zürich. Bis zum Krieg Reisen nach Dalmatien und Korsika, teilweise
in Begleitung von Zoran Music und Albert Marquet.
1939-1944 wiederholt
Militärdienst. Hinwendung zu klassischen Themen: Radierungen zur Zauberflöte,
Aquatintaradierungen zu Judith nach Friedrich Hebbel, zum Gilgamesch-Epos,
zum Buch einer Nacht mit Werner Y. Müller und Friedrich Dürrenmatt. Jonas'
Atelier wird zum Treffpunkt von Literaten, Künstlern, Wissenschaftlern.
1942 Heirat mit
Rosa Maria Kemmler. Jonas gibt Zeichenunterricht. Zu seinen Schülern gehören
Carlotta Stocker, Alex Sadkowsky, Walter Grab.
1947 Teilnahme an der Biennale di Venezia.
1949 Reise nach
Nordafrika (Tunis). 1951 in Indien auf der Suche nach einem verschollenen
Künstlerfreund.
Entscheidende Erfahrungen vermittelt ihm die Auseinandersetzung mit der
östlichen Geisteswelt, die sich in einem Expressionismus eigener Prägung
ausdrückt. Intensive literarische Tätigkeit, auch als Feuilletonist und
Kunstkritiker für Die Tat, NZZ, Werk, Weltwoche, Zürcher Woche.
Ab 1954 Kunstkommentator
für das neu entstandene Schweizer Fernsehen. 1955 Einzelausstellung im
Kunstmuseum St. Gallen.
1957 Reise nach
Spanien, 1958 nach Brasilien, Auftakt zu einer wichtigen Werkreihe.
1958 Einzelausstellungen
im Museu de Arte Moderna, São Paulo, und im Helmhaus Zürich. Entwicklung
der Idee der Intrapolis (Trichterstadt), einer Vision für eine neue, menschenwürdige
und ökologische Städteform.
1960 Verleihung
des Gleyre-Preises durch den Bund.
1963 zweite Reise nach Brasilien.
1962 Publikation
des Buches Das Intrahaus - Vision einer Stadt. Die Idee der Intrapolis
findet weltweit Anerkennung. Zahlreiche Publikationen und internationale
Vortragstätigkeit. 1965 Gründungsmitglied der GIAP (Groupe International
d'Architecture Prospective) zusammen mit Michel Ragon, Yona Friedmann
und Nicolas Schoeffer.
1967 Ausarbeitung
des Projektes eines schwimmenden Kulturzentrums für Zürich.
Bis 1975 zahlreiche
Einzelausstellungen im In- und Ausland, insbesondere bei Chichio Haller,
Zürich.
Nach 1975 Fortschreiten
einer zermürbenden Krankheit. Gedenkausstellungen 1980 im Kunsthaus Zürich
und 1985-86 im Seedamm-Kulturzentrum, Pfäffikon.

Jonas war in erster Linie ein grosser Expressionist. Einer der bedeutenden des 20. Jahrhunderts. Er beherrschte sein zeichnerisches und malerisches Handwerk wie kaum ein anderer seiner Zeit. Es war jeweils ein Vergnügen, ihn beim Malen zu beobachten: mit stupender Sicherheit erfasste er das Sujet; mit knappen, wenigen Strichen gestaltete er die Komposition, legte die ersten Farben.
Jonas gehört zu den bedeutenden Porträtisten der Moderne. Dank seiner Empathie, seinem psychologischenm Gespür, seinem analytischen Blick erfasste Jonas blitzschnell sein Gegenüber. Die Umsetzung auf die Bildfläche hatte für den Betrachter jeweils etwas von Magie, von Zauberei.
Verschicken Sie elektronisch Postkarten mit Werken von Walter Jonas an Ihre Freunde. Clicken Sie auf ELEKTRONISCHE POSTKARTEN. Und los gehts!
|
|
Walter Jonas mit 56 , 42 und 21 Jahren...
|
|
|
|
|
Werkhinweis:
Kunstmuseum St. Gallen; Zürich, Kunstsammlungen der Stadt; Zürich,
Museum der Werner-Coninx-Stiftung; Wandbild, Untersiggenthal, Schulhaus;
Pfäffikon (SZ), Seedamm-Kulturzentrum; Hand, Auge, Ohr, 1957, Wandfresken,
Zürich-Altstetten, städtische Wohnsiedlung Farbhof.

|